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Buchempfehlungen
Totalverweigerung
Eine Streitschrift für die totale Kriegsdienstverweigerung von Christian Herz
Jeder wird in diesem Staat zwangsweise wehrpflichtig. Jeder kann sich dagegen wehren. Dieses Buch bietet grundlegende Informationen für alle, die sich gegen die Wehrpflicht wehren wollen. Speziell Totalverweigerer können mit diesem Buch ihre Totalverweigerung wirkungsvoller gestalten.
Nach wie vor ein Muss für jeden Totalverweigerer und alle, die sich mit der TKDV auseinandersetzen wollen oder müssen. (http://www.kampagne.de)
Überwachen und Strafen - die Geburt des Gefängnisses
von M. Foucault
Wir leben in einer ARBEITsgesellschaft heißt es oft. Jenes vielgehörte Wort will wohl sagen, das Allerwichtigste in unserer Gesellschaft wäre die Arbeit. Der Franzose Michel FOUCAULT (1926 - 1984) sah das anders. Er behauptete, wir würden in einer DISZIPLINARgesellschaft leben. Denn der Mensch solle ja nicht nur arbeiten, sondern noch viele andere Dinge tun. Dahin würden die Menschen vom Staat diszipliniert werden, und deshalb eben hätten wir eine Disziplinargesellschaft.
Um die angestrebte Diszipoin herzustellen, müsse der Staat überwachen und strafen können. So veröffentlichte M. Foucault im Jahre 1975 das bald in viele Sprachen übersetzte Buch ÜBERWACHEN UND STRAFEN und kleiner darunter steht auf dem Einbanddeckel noch:
Die Geburt des Gefängnisses
Das Gefängnis ist nach Ansicht Foucaults eine Art von medizinischem Labor, nur daß darin keine Mäuse, sondern Menschen gehalten werden. Im Gefängnis kann experimentiert werden, man kann dort genau überwachen, ob das Strafen auch den gewünschten Erfolg hervorbringt, nämlich gute (disziplinierte) Staatsbürger heranzuziehen.
Michel Foucault zeichnet nach, wie die Geburt des Gefängnisses aussah. Sie dauerte rund 20 Jahre, von etwa 1800 - 1820. Überall in Europa wurden damals unzählige Gefängnisse gebaut. Diese sahen anders aus als die düsteren Verliese in der Zeit davor. Die neuen Gefängnisse waren licht- und sichtdurchflutete Überwachungsmaschinen. Ungeführ ab dem Jahr 1840 lief der Betrieb in den Gefängnissen ganz so wie heute: Pflichtarbeit, Disziplinarmaßnahmen, ärztlich-psychologische Behandlung und Überwachung, Begutachtung der Entwicklung des Gefangenen, eventuelle vorzeitige Entlassung bei guter Führung, Lockerungen und so weiter... Und schon damal stellte sich heraus, wie unfähig das Gefängnis ist, gute Staatsbürger heranzuziehen. Schon bald erkannte man, daß die Gefangenen durch das Gefängnis sogar immer krimineller wurden. Folglich war der allererste Schrei dieser neugeborenen staatlichen Einrichtung der Schrei nach Reform.
So viel man bis heute auch reformierte, so ergab sich doch immer wieder das selbe Ergebnis: Durch das Gefängnis erschafft der Staat eine von der übrigen Gesellschaft klar abgegrenzte Gruppe von Menschen, die sogenannte "Kriminalitätsbevölkerung". Mit deren Ab- und Ausgrenzung wurde der Weg frei, den vom Gefängnis erschaffenen "kriminellen Delinquenten" als ABARTIG, als KRANK und PATHOLOGISCH abzustempeln: In der Folge kam es nicht mehr so sehr auf die begangene Straftat an, sondern auf den Nachweis eines persönlichen Entwicklungsweges, der als typisch für den Delinquenten entdeckt werden konnte. Michel Foucault beschreibt, wie der Staat nach und nach um das Gefängnis herum eine Vielzahl spezialisierter Einrichtungen schuf, die dem Gefängnis verblüffend ähnelten: Erziehungsheime (in die hinein meist die Kinder der Gefangenen kamen), Therapieeinrichtungen, Psychiatrien und so weiter... Nun konnte die Behauptung einer pathologischen Abartigkeit und Andersartigkeit des "kriminellen Delinquenten" mit typischen Stationen seines Lebensweges weiter untermauert werden. Der Kriminelle wurde so in den Augen der Öffentlichkeit immer weiter zum Begriff einer furchterregenden Figur ausgemalt. Diese Figur beging immer die selben Straftaten: Diebstähle, Betrügereien, Straßenraub, Körperverletzungen und Suchtmittelmißbrauch.
Das sah Michel Foucault so: Was könnten sich die großen Verbrecher aus der ehrenwerten Gesellschaft Besseres wünschen? Denn diese werden nun von der allgemeinen Öffentlichkeit nicht als kriminell wahrgenommen. Kavaliere begehen Kavaliersdelikte, denken gute (disziplinierte) Staatsbürger! Darüber hinaus kann ein sozial isoliertes und staatskontrolliertes Milieu von typisierten "Delinquenten" den Herrschenden noch etliche andere nützliche Dienstleistungen anbieten.
All dies und vieles andere steht in dem Buch des Hochschullehrers aus Paris, dessen Lebensmotto lautete: "Wirklich traurig wäre allein, nicht zu kämpfen."(Werner Braeuner)
...ums Ganze! Broschüre
STAAT, WELTMARKT UND DIE HERRSCHAFT DER FALSCHEN FREIHEITDer Grundlagentext des »…ums Ganze!«-Bündnisses problematisiert die zumeist als selbstverständlich akzeptierten sozialen und institutionellen Formen bürgerlich-kapitalistischer Herrschaft. Er analysiert den Zusammenhang von Staat und kapitalistischer Ausbeutung im Weltmaßstab, und formuliert eine fundamentale Kritik des ›Politischen‹ und der ›Freiheit‹ in ihrer bürgerlichen Gestalt. Denn bürgerliche Freiheit ist gesellschaftlich wesentlich die Freiheit zur kapitalistischen Konkurrenz nach Recht und Gesetz, unter Anerkennung des staatlich garantierten Privateigentums. Als allgemeiner Vergesellschaftungsmodus stiftet diese Konkurrenz für jedes Individuum den unausweichlichen Zwang, das eigene Leben gegen andere und in Ausnutzung anderer zu gewinnen, auf private Rechnung und privates Risiko. Dies ist die Herrschaft der falschen Freiheit.
Crimeth.Inc
DIY von Anarchie und DinosauriernThe Curious George Brigade empfiehlt allen Menschen, die sich für Anarchie interessieren, den Spanischen Bürgerkrieg und all die alten Männer mit ihren langen Bärten und ermüdenden Theorietraktaten endlich zu vergessen und sich stattdessen im Hier und Jetzt umzusehen! Das AutorInnenkollektiv aus New York zeigt anarchistische Ansätze im alltäglichen Leben auf, beschreibt gelebte Anarchieformen in ungewöhnlichen Orten und Kontexten und entwickelt ganz nebenbei eine erfreulich unverbindliche Anarchievariante: die Folk-Anarchy – eine Anarchie geschaffen von gewöhnlichen Menschen, die außergewöhnliche Leben leben.
Sebastian Kalicha
Barrieren durchbrechenIsrael / Palästina: Gewaltfreiheit, Kriegsdienstverweigerung, Anarchismus
Dieses Buch versammelt Beiträge von israelischen, palästinensischen und internationalen AktivistInnen, die den Nahostkonflikt von gewaltfrei-antimilitaristischen, feministischen und libertären Standpunkten aus betrachten. Die AktivistInnen skizzieren ein Bild des Konflikts von unten, bei dem die Sichtweisen und Aktivitäten der lebendigen und radikalen Graswurzelbewegungen - nicht die der weltpolitischen Eliten - die Hauptrolle spielen.
Ein Buch das streckenweise unbedingt zu kritisieren ist, dass aber dennoch lesenswert ist, da es Gruppen und Aktivitäten porträtiert, die sonst im Diskurs um den Nahost-Konflikt ungesehen bleiben.