{"id":79375,"date":"2016-09-26T12:27:10","date_gmt":"2016-09-26T10:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/azconni.de\/?p=79375"},"modified":"2016-09-26T12:27:10","modified_gmt":"2016-09-26T10:27:10","slug":"solidarity-without-limits-nationalismus-ist-keine-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.azconni.de\/en\/solidarity-without-limits-nationalismus-ist-keine-alternative\/","title":{"rendered":"Solidarity without limits \u2013 Nationalismus ist keine Alternative"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/3oct.net\/\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/3oct.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/3oct_Banner.png\" alt=\"\" width=\"260px\" \/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Hiermit m\u00f6chten wir folgenden Aufruf von Solidarity without limits mit euch teilen:<\/p>\n<p>Am 3. Oktober will sich die deutsche Nation wieder selbst feiern. Dieses Jahr findet das zentrale Event der Einheitsfeierlichkeiten unter dem Motto \u201eBr\u00fccken bauen\u201c in Dresden statt. Br\u00fccken sind eine gute Sache. Sie machen eine sichere Reise m\u00f6glich. Man k\u00f6nnte viele Br\u00fccken bauen, z.B. \u00fcber das Mittelmeer, und damit das Leben von zehntausenden Fl\u00fcchtenden und Migrant*innen retten. Dar\u00fcber nachzudenken, wie alle Menschen sicher das Mittelmeer \u00fcberqueren k\u00f6nnten, w\u00e4re besonders am 3. Oktober, dem 3. Jahrestag des Bootsungl\u00fccks von Lampedusa, ein Anfang, um mit der europ\u00e4ischen Abschottungspolitik Schluss zu machen. Aber in Dresden wird es nicht darum gehen. Stattdessen soll mit dem \u00fcblichen Tam-Tam die vermeintliche Einheit von Kultur, Tradition, Staat und Bev\u00f6lkerung herbeigefeiert werden. In der Realit\u00e4t sieht das ganz anders aus: Die deutsche Gesellschaft polarisiert sich, in Staat und Gesellschaft erfahren autorit\u00e4re und ausgrenzende Tendenzen Aufwind und die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Alles gute Gr\u00fcnde am Wochenende des 3. Oktobers die Einheitsfeiern in Dresden kritisch zu begleiten. Denn das Gastgeberland Sachsen l\u00e4dt offiziell zum \u201eTanz\u201c.<\/p>\n<p>Dresden: Die Hauptstadt der Vergangenheits\u00fcberw\u00e4ltigung<br \/>\nSachsen wurde durch Pegida, Anschl\u00e4ge auf Gefl\u00fcchtetenunterk\u00fcnfte und den immer wieder w\u00fctenden rechten Mob zum Sinnbild des Rechtsrucks in Deutschland. Und noch viel mehr: Die Landeshauptstadt Dresden ist zum Symbol und Ausgangspunkt der Restauration des neuen deutschen Nationalismus geworden: Von den \u201eJubelsachsen\u201c beim ersten Besuch Helmut Kohls, \u00fcber das revisionistische Gedenken an die Bombardierung der Stadt am 13. Februar \u2014 was dem Otto-Normal-Deutschen endlich wieder die Berechtigung gab, sich als Opfer des II. Weltkriegs zu f\u00fchlen \u2014, bis hin zum Hofieren des rechten Mobs durch Dialog-Foren der Landesregierung zum gegenseitigen Streicheln der Ressentiments zwischen Regierung und B\u00fcrger*innen. Mit erneuertem nationalen Selbstbewusstsein agiert die Bundesregierung als Befehlshaberin Europas in der Krise, w\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerung endlich wieder Nationalstolz zeigen und nationale Souver\u00e4nit\u00e4t fordern kann.<\/p>\n<p>Die Krise und der Rechtsruck<br \/>\nDer Aufschwung des Rechtspopulismus in Sachsen und Deutschland reiht sich jedoch lediglich in eine gesamteurop\u00e4ische nationalistische Entwicklung ein, die ihren neuerlichen Ausgangspunkt im Ausbruch der Wirtschafts- und EU-Krise 2007 fand und seitdem nicht aufh\u00f6rt. In dieser Krise wurde Deutschland zum Taktgeber des sozialen Kahlschlags und Leistungszwangs, bestehend aus Privatisierung und Angriffen auf die Rechte der Lohnabh\u00e4ngigen. Vorbilder f\u00fcr die Austerit\u00e4tspolitik gegen Griechenland sind Hartz-IV und die mit der Wende beginnende Abwicklung der DDR und anderer L\u00e4nder Osteuropas, in denen die ehemals staatlich gesteuerte Wirtschaft im Schnellverfahren dem kapitalistischen Markt unterworfen wurde. Damals dienten die Ma\u00dfnahmen der Integration in den neoliberalen Wirtschaftsstandort Deutschland. Heute soll der deutsche Standort Europa hei\u00dfen. Auf dem Weg zu einem Europa unter deutscher Hegemonie war selbst die parlamentarische Demokratie immer wieder eine H\u00fcrde \u2014 und wurde in den L\u00e4ndern S\u00fcdeuropas durch die Troika mehrfach \u00fcberrollt. Jede noch so kleine Alternative zum Sparkurs wurde somit im Keim erstickt. In diesem Fahrwasser h\u00e4ufen sich \u2014 wenig verwunderlich \u2014 die Erfolge von v\u00f6lkischen Parteien und Bewegungen. Denn die allerorten von den Regierenden gepflegten Ressentiments vertreten doch letztlich die Profis der Abschottung, Armut und Ausgrenzung noch glaubw\u00fcrdiger. Die (hetero-)sexistischen und rassistischen Feindbilder \u00fcberschlagen sich, die soziale K\u00e4lte nimmt zu und die Wohlstandschauvinist*innen unterschiedlicher politischer Lager geben sich weiter die (rechts-)populistische Klinke in die Hand.<\/p>\n<p>Crisis is coming home<br \/>\nDeutschland ist bisher als Gewinner aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen und konnte die Lasten des eigenen Erfolgs auf andere Regionen, Lohnabh\u00e4ngige und prek\u00e4re Klassen abw\u00e4lzen. Die vielf\u00e4ltigen Widerspr\u00fcche und das Elend des kapitalistischen Normalvollzugs und seiner Staatsapparate treten jedoch wieder so offen zu Tage wie seit langem nicht mehr. Und zunehmend befinden sich die elit\u00e4re parlamentarische Demokratie und die technokratisch-neoliberale EU in einer Legitimationskrise, die nicht nur hierzulande vor allem von der politisch Rechten genutzt wird. Inmitten der Krise der Repr\u00e4sentativdemokratie, brutaler Verarmung selbst in den kapitalistischen Zentren, aggressiver Abschottung an den Grenzen und v\u00f6lkischer Stimmungsmache \u201etanzt\u201c die versammelte Gemeinde der neoliberalen Nationalist*innen, um die Alternativlosigkeit zu feiern. Nebenan w\u00fcten v\u00f6lkische Nationalist*innen und propagieren ihre \u201eAlternative\u201c zum Standortnationalismus.<br \/>\nDas schreit nach radikaler Kritik! Nationalismus ist keine Alternative!<br \/>\nSachsen l\u00e4dt ein: Let\u2018s crash their party! Grenzenlose Solidarit\u00e4t statt nationalem Korsett! Bringen wir die Verh\u00e4ltnisse zum Tanzen!<\/p>\n<p>Termine<\/p>\n<p>2. Oktober:<\/p>\n<p>    Vorabend-Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Dresden<\/p>\n<p>3. Oktober:<\/p>\n<p>    Kundgebung in Solidarit\u00e4t mit allen Gefl\u00fcchteten<br \/>\n    Dezentrale Aktionen gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Dresden<\/p>\n<p>September und Oktober:<\/p>\n<p>    gemeinsame Veranstaltungsreihe des B\u00fcndnis \u201eSolidarity without limits\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiermit m\u00f6chten wir folgenden Aufruf von Solidarity without limits mit euch teilen: Am 3. Oktober will sich die deutsche Nation wieder selbst feiern. Dieses Jahr findet das zentrale Event der Einheitsfeierlichkeiten unter dem Motto \u201eBr\u00fccken bauen\u201c in Dresden statt. Br\u00fccken sind eine gute Sache. Sie machen eine sichere Reise m\u00f6glich. 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