{"id":82717,"date":"2022-04-22T10:23:31","date_gmt":"2022-04-22T08:23:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.azconni.de\/?p=82717"},"modified":"2022-05-23T17:02:13","modified_gmt":"2022-05-23T15:02:13","slug":"veranstaltungsreihe-im-az-conni-krise-in-zeitlupe-die-covid-19-pandemie-und-die-folgen-fuer-linke-kritik-und-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.azconni.de\/en\/veranstaltungsreihe-im-az-conni-krise-in-zeitlupe-die-covid-19-pandemie-und-die-folgen-fuer-linke-kritik-und-praxis\/","title":{"rendered":"Veranstaltungsreihe im AZ Conni: Krise in Zeitlupe? Die Covid-19-Pandemie und die Folgen f\u00fcr linke Kritik und Praxis"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/VA-Reihe_05_22-367x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-82810\" width=\"269\" height=\"751\" srcset=\"https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/VA-Reihe_05_22-367x1024.png 367w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/VA-Reihe_05_22-107x300.png 107w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/VA-Reihe_05_22-768x2145.png 768w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/VA-Reihe_05_22.png 1789w\" sizes=\"(max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wie  lange ist die Zeit eigentlich her, in der man als \u00fcberzeugte*r Linke*r  einen ganz normalen Alltag zwischen Plenum, Demo, Hausprojekt und  Boulderhalle f\u00fchren konnte, angetrieben von der Wut auf Ungerechtigkeit,  Ausgrenzung und Ausbeutung, die man mehr oder weniger treffend unter  \u201eGesamtschei\u00dfe\u201c verbuchte? Stimmen, die in der Krise einen Katalysator  zur \u00dcberwindung gesellschaftlicher Widerspr\u00fcche erkannten, entpuppten  sich schnell als Wunschvorstellung. Der Staat forderte die  gemeinschaftliche Anstrengung, um m\u00f6glichst wenig von seiner globalen  Wettbewerbsf\u00e4higkeit einzub\u00fc\u00dfen. Distanz wurde sozial \u2013 vorausgesetzt,  man konnte sie sich leisten. Viele linke Organisationen und Strukturen  standen vor einer Zerrei\u00dfprobe. War der kapitalistische Staat nicht  eigentlich das Problem und der weltweite Wettbewerb mit seiner  Zerst\u00f6rung unserer Lebensgrundlagen eine der Hauptursachen f\u00fcr die  Pandemie? Sollte man in der konkreten Ausnahmesituation staatliche  Ma\u00dfnahmen unterst\u00fctzen, weil eine individuelle Bew\u00e4ltigung der Situation  nicht m\u00f6glich war? Oder w\u00e4ren sogar viel h\u00e4rtere staatliche Ma\u00dfnahmen  n\u00f6tig, um die Bedrohung einzud\u00e4mmen? Gleichzeitig entstand vor dem  Hintergrund eines vermeintlichen \u201eBurgfriedens\u201c gegen das Virus eine  heterogene Bewegung, die alle Strategien zur Eind\u00e4mmung des Virus  ablehnte und entweder das Virus selbst, die Gefahr durch das Virus oder  die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu leugnete. W\u00e4hrend in  Deutschland Teile der Bundesregierung f\u00fcr drei verpflichtende Impfungen  werben und die Querdenker*innen auf der Stra\u00dfe und im Internet noch  einmal ihr Mobilisierungspotenzial deutlich verst\u00e4rken k\u00f6nnen, fehlt es  vor allem in afrikanischen Staaten v\u00f6llig an Impfstoff, sodass die Gefahr neuer gef\u00e4hrlicher Mutationen hoch bleibt. Sowohl mit Blick auf Deutschland als auch auf die weltweite  Situation erscheint die Corona-Pandemie als Brennglas, das  gesellschaftliche Dynamiken und Unterdr\u00fcckungsmechanismen sichtbar  macht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wir  finden daher, dass es Zeit ist, unsere L\u00e4hmung zu \u00fcberwinden und selbst  die Lupe in die Hand zu nehmen. Auch wenn Russlands Krieg gegen die  Ukraine wenig Zeit zum Nachdenken l\u00e4sst, ist Reflexion und Kritik eine  der Grundvoraussetzungen f\u00fcr linke Praxis. Daher wollen wir gemeinsam  mit euch und verschiedenen Referent*innen einen Blick auf die letzten  zwei Jahre werfen. Uns ist dabei sowohl eine theoretische  Auseinandersetzung mit den Entwicklungen als auch ein Blick auf die  konkreten Auswirkungen des Virus sowie der Ma\u00dfnahmen in verschiedenen Lebensbereichen bzw. f\u00fcr unterschiedliche Betroffenengruppen wichtig. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise die Bedingungen in Unterk\u00fcnften  f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, die Folgen der Pandemie f\u00fcr Care-Arbeit und h\u00e4usliche Gewalt sowie f\u00fcr das Gesundheitssystem. Vor allem m\u00f6chten wir aber auch einen Raum f\u00fcr Diskussionen und Gespr\u00e4che schaffen, f\u00fcr die in den  letzten Jahren oft viel zu wenig Platz war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn nicht anders vermerkt starten alle Veranstaltungen um 19 Uhr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei Veranstaltungen im Haus (Saal, Kneipe) gilt weiterhin 2G+ . Wenn die Veranstaltungen drau\u00dfen stattfinden, ist ein tagesaktueller Test erw\u00fcnscht , aber nicht zwingend notwendig. Bei uns gilt weiterhin im gesamten Haus Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (OP oder FFP2 Maske).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"is-layout-flex wp-container-3 wp-block-columns has-2-columns\">\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/RLS-Sachsen-und-Wappen-1024x444.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-82764\" width=\"278\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/RLS-Sachsen-und-Wappen-1024x444.jpg 1024w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/RLS-Sachsen-und-Wappen-300x130.jpg 300w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/RLS-Sachsen-und-Wappen-768x333.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DemokratieLeben-Logo.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-82774\" width=\"345\" height=\"131\" srcset=\"https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DemokratieLeben-Logo.jpeg 979w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DemokratieLeben-Logo-300x115.jpeg 300w, https:\/\/www.azconni.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DemokratieLeben-Logo-768x293.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h4>Fr, 29.04.: <strong>Kleines 1 x 1 der SARS-CoV-2-Pandemie. Was wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Referentin: Dr. Med. Roxana M\u00fcller<\/em><br>Der  Vortrag ist eine Einf\u00fchrung in das Thema SARS-CoV-2, Pandemie und  Covid-19. Er soll grundlegende Informationen zum Virus und der  Erkrankung vermitteln. Soweit es bei der Komplexit\u00e4t der vorliegenden  Daten m\u00f6glich ist, wird eine zeitliche Einordnung verschiedener  Pandemieeind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen und ihrer Folgen vorgenommen. Schlie\u00dflich  soll ein Schlaglicht auf die Auswirkungen der Pandemiepolitik auf die  Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen geworfen werden.&nbsp;Roxana  M\u00fcller arbeitet als Fach\u00e4rztin f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin in Dresden und ist Teil des erweiterten Vorstands des Vereins demokratischer  \u00c4rzt*innen (vd\u00e4\u00e4*). Website: <a href=\"https:\/\/www.vdaeae.de\">https:\/\/www.vdaeae.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4>Fr, 06.05.: St\u00f6rung im Betriebsablauf. Zur M\u00f6glichkeit linker Kritik in der Corona-Pandemie<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Referent: Thomas Ebermann<br><\/em>Seit den  70er Jahren verfolgt Thomas Ebermann die Entwicklung linker Bewegungen  in Deutschland mal in aktiver Teilnahme, mal in kritischer Distanz.  Ausgehend von seinen Betrachtungen \u201eSt\u00f6rung im Betriebsablauf\u201c zur  gesellschaftlichen Lage w\u00e4hrend der Covid-19-Pandemie wirft er einen  Blick auf die Sehnsucht nach Normalit\u00e4t,die allgemeine Bewusstlosigkeit  der Menschen im kapitalistischen Wettbewerb und die Folgen eines  jahrelangen Ausnahmezustands f\u00fcr linkes, emanzipatorisches Denken. Vor  allem aber soll der Vortrag einen Ansto\u00df f\u00fcr eine Diskussion \u00fcber die  aktuellen M\u00f6glichkeiten von&nbsp;Gesellschaftskritik liefern: Was  bedeutet es f\u00fcr linke Kritik, wenn diese pl\u00f6tzlich als staatstragend  erscheint<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Di, 10.05.: Corona im Lager? War da was?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Mit <a href=\"https:\/\/www.linxxnet.de\/\">Linxxnet<\/a> Leipzig<br><\/em>In Massenunterk\u00fcnften kann sich ein Virus schnell verbreiten. So auch Corona in den Lagern f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen. Der Beweis folgte kurz nach Ausbruch der Pandemie in Suhl, Halberstadt und anderen Standorten, wo hunderte Menschen sich engsten Raum teilen m\u00fcssen. In Sachsen konnten einige Menschen gar ihr Recht auf Gesundheitsschutz geltend machen. Die Landesdirektion wurde von Gerichten verpflichtet, einige wenige aus dem Lager zu entlassen. Proaktiv folgten Hunderte.<br>Der Effekt verlor schnell, juristisch war mit Corona kein Stich mehr zu gewinnen. Wer heute aus dem Lager heraus muss, muss andere Gr\u00fcnde geltend machen.<br>Hat Corona den Blick der s\u00e4chsischen Zivilgesellschaft auf die Situation in Lagern gesch\u00e4rft? Und wie lassen sich Menschen in Lagern heute praktisch unterst\u00fctzen?&nbsp;<br>Die linXXnet Camptours aus Leipzig haben einige Erfahrungen w\u00e4hrend der Pandemie sammeln k\u00f6nnen. Das alles diskutieren wir gemeinsam im AZ Conni.<br>Die linXXnet Camptours haben einige Eindr\u00fccke per Video festgehalten: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/c\/linXXnetLeipzig\/videos\">https:\/\/www.youtube.com\/c\/linXXnetLeipzig\/videos<\/a><br>Hier sind wichtige Informationen bereitgestellt: <a href=\"https:\/\/www.linxxnet.de\/neues\/2021\/07\/hausordnungen\/\">https:\/\/www.linxxnet.de\/neues\/2021\/07\/hausordnungen\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Fr, 20.05.: Gesundheitsversorgung mit Blick auf die Lebensverh\u00e4ltnisse: Das Beispiel der Stadtteilgesundheitszentren<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Mit dem <a href=\"https:\/\/www.gesundheitskollektiv-dresden.org\/\">Gesundheitskollektiv Dresden<\/a><\/em><br>Gesundheit  ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale Frage. Dies  wurde durch die Covid-19-Pandemie abermals hervorgehoben. Ob und wie  schwer Menschen von dem Virus sowie den mit ihm einhergehenden Ma\u00dfnahmen  getroffen werden, h\u00e4ngt unter anderem mit finanziellen Ressourcen,  Wohn- und Arbeitsverh\u00e4ltnissen zusammen. Doch die soziale Frage wird in  Fragen der Gesundheitsversorgung noch zu wenig bedacht. Dabei gibt es  bessere Alternativen: Stadtteilgesundheitszentren, die sich neben der  medizinischen Versorgung auch in der Gemeinwesenarbeit einbringen, um  mit den dortigen Bewohner*innen gemeinsam f\u00fcr ihre Belange einzustehen.  Unser Vortrag soll im ersten Teil die Zusammenh\u00e4nge von  Lebensverh\u00e4ltnissen und Gesundheit aufzeigen, um euch im zweiten Teil  das Konzept der Stadtteilgesundheitszentren sowie praktische Beispiele  dieser vorzustellen<\/p>\n\n\n\n<h4>Fr, 27.05.: Covid19 im Globalen S\u00fcden &#8211; Eine medizinische, soziale, politische und \u00f6konomische Syndemie<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Referent: Andreas Wulf\/<a href=\"https:\/\/www.medico.de\/\">Medico International<\/a><\/em><br>Die  Covid-19 Pandemie hat die ungleiche Verteilung von Gesundheitsrisiken,  Ressourcen und Macht sowie die soziale und wirtschaftliche Folgen der  Pandemie und ihrer Bek\u00e4mpfung auf brutale, oftmals t\u00f6dliche Weise  versch\u00e4rft. Wer Zugang zu Schutzinstrumenten, zu sozialen Sicherungen  beim Jobverlust im Lockdown, zu Bildung und Arbeit im Homeoffice und  Distance Learning hat und wer nicht, wurde in der Pandemie schonungslos offengelegt.&nbsp;<br>Ein  wichtiger Teilaspekt in dieser Debatte ging um die Verteilung von  Covid-19 Impfstoffen entlang der wissenschaftlichen und \u00f6konomischen  St\u00e4rke von Nationalstaaten und dem politischen Umgang mit Patenten zur  Absicherung der Gewinne von Pharmaunternehmen.<br>In  den K\u00e4mpfen um einen gerechten Zugang zu den Mitteln zur Bew\u00e4ltigung  der Pandemie aktualisieren sich auch die Erfahrungen, die in der AIDS  Pandemie in den 2000er Jahren global gemacht wurden. Sowohl in den  internationalen Debatten wie auch den lokalen K\u00e4mpfen von  Gesundheitsaktivist*innen in ihren jeweiligen L\u00e4ndern und Regionen.  Medico international war \u00fcber globale Gesundheitsnetzwerke und lokale  Partnerorganisationen auf beiden Ebenen daran beteiligt.<br>Diese Erfahrungen werden im Vortrag vorgestellt und zur Diskussion gestellt.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Di, 31.05.:  Experiencing violence \u201cat home\u201d \u2013  Take-home lessons by the COVID-19 pandemic (Erfahrungen  mit Gewalt &#8220;zu Hause&#8221; &#8211; Lehren aus der COVID-19-Pandemie)<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Referentin: Amera Mojahed (she\/her)&nbsp;<\/em><br><em>Der Vortrag findet auf Englisch statt; bei Bedarf \u00dcbersetzung m\u00f6glich. (deutsche Beschreibung siehe unten)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>The  COVID-19 pandemic has not only shown the increased rates of violence at  home and the severity of its consequences, that is being mental, physical or spiritual, it has also shown on what silence and isolation did to survivors and continues to do to victims. Long before COVID-19,  the pandemic of violence against women* and  children has been existing in high rates around the world, regardless of one\u2019s identities. This talk is aimed: <br>a) to define and re-learn what  violence in intimate relationships could be through short poems and stories of survivors, and <br>b) to explore the different options and possibilities on how to tackle such issue for women* in today\u2019s Germany.<br><em>Content warning: Depiction or discussion of violence, as well as discriminatory attitudes or actions, such as sexism.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur den Anstieg der h\u00e4uslichen Gewalt und die Schwere ihrer Folgen (psychisch, physisch oder spirituell) gezeigt, sondern auch, was Schweigen und Isolation den \u00dcberlebenden angetan haben und den Opfern weiterhin antun. Nicht erst seit COVID-19 ist die Pandemie der Gewalt gegen Frauen* und Kinder auf der ganzen Welt in hohem Ma\u00dfe vorhanden, unabh\u00e4ngig von der Identit\u00e4t der Betroffenen. Dieser Vortrag zielt darauf ab, <br>a) anhand von kurzen Gedichten und Geschichten von \u00dcberlebenden zu definieren und neu zu lernen, was Gewalt in intimen Beziehungen sein k\u00f6nnte, und <br>b) die verschiedenen Optionen und M\u00f6glichkeiten zu erkunden, wie dieses Problem f\u00fcr Frauen* im heutigen Deutschland angegangen werden kann.<br><em>Inhaltswarnung: Darstellung oder Diskussion von Gewalt sowie von diskriminierenden Einstellungen oder Handlungen, wie z. B. Sexismus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Di, 07.06 Verschw\u00f6rungsideologien &#8211; ein Bindeglied zwischen demokratiefeindlichen  Akteur:innen? Ein Blick auf Verschw\u00f6rungsideologien und  demokratiefeindliche Mobilisierung im Kontext der Corona-Pandemie<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Verschw\u00f6rungsideologien haben in der Corona-Pandemie\n Konjunktur. Als Antwort auf gesellschaftliche Krisenerfahrungen bieten \nsie schon seit Jahrhundeten ein einfaches Weltbild, mit klaren \nSchuldigen und autorit\u00e4ren Gemeinschaftskonzepten. Der \n\u201eL\u00f6sungsvorschlag\u201c ist dabei stets der gleiche. Die \u201aVolksfeinde\u2018 und \n\u201aVerschw\u00f6rungsbanden\u2018 sollen verfolgt werden, dann werde alles wieder \ngut. Das bedroht nicht nur konkrete Menschen, sondern verschleiert auch \nreale Interessenskonflikte und gesellschaftliche Herausforderungen. Im \nKontext der Proteste gegen die Corona-Schutzma\u00dfnahmen konnte in den letzten\n zwei Jahren beobachtet werden, welche scheinbar \u00fcberraschenden \nAllianzen sich in der Zustimmung zu verschw\u00f6rungsideologischen \nErz\u00e4hlungen rund um das\n Virus zusammenfinden. Auf diese Schanierfunktion von \nVerschw\u00f6rungsideologien soll in diesem Vortrag genauer eingegangen \nwerden: Wer glaubt an Verschw\u00f6rungsideologien und welche Rolle spielen \ndabei politische und weltanschauliche Perspektiven?<\/p>\n\n\n\n<h4>Di, 14.06.: <strong>Ritualisierte Umsturzfantasien &#8211; Rechte Netzwerke in der Pandemie<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Mit dem <\/em><a href=\"https:\/\/naziwatchdd.noblogs.org\/\"><em>ART Dresden<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Corona-Pandemie und die politischen Ma\u00dfnahmen zu ihrer Eind\u00e4mmung haben in Sachsen fr\u00fch Akteur*innen aus dem rechtsnationalistischen Milieu auf den Plan gerufen. Etablierte Vernetzungen, die im Zuge der rassistischen Mobilisierungen seit 2015 entstanden sind, wurden reaktiviert und zudem Versuche unternommen Kontakte zu anderen, oftmals alternativ gepr\u00e4gten Milieus zu kn\u00fcpfen. Das Ziel blieb wie 2015 das gleiche: Reaktion\u00e4re Umsturzfantasien sollten in der Krisensituation vorangetrieben werden. <br>In der Veranstaltung werfen wir einen Blick auf die zeitlichen Abl\u00e4ufe, die Akteur*innen und ihre ideologischen Motive. Und wir wollen diskutieren, welche Schlussfolgerungen die antifaschistische Bewegung angesichts der Mobilisierungen der Pandemie-Leugner*innen ziehen kann.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Fr, 24.06.: Wie proben wir den Aufstand aus der K\u00fcche, wenn wir das Haus nicht verlassen d\u00fcrfen? Feministische Bewegungen in Zeiten der Pandemie zwischen Selbstsorge, Streik und Aufstand<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Referentin: Constanze Stutz<\/em><br>&#8220;Wir werden nicht zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckkehren, denn die Normalit\u00e4t war das Problem&#8230;&#8221; proklamierte <em>Das transnationale feministische Manifest<\/em>  zu Beginn der Pandemie. Zwei endlose Jahre sp\u00e4ter scheint von der  Hoffnung auf eine umfassende gesellschaftliche Krisensituation als M\u00f6glichkeitsfenster emanzipatorischer Politik kaum noch etwas \u00fcbrig zu  sein. Neben Krisen und Kriegen stehen Ersch\u00f6pfung und Ohnmacht der  Einzelnen im Vordergrund der politischen Auseinandersetzungen,  Engagement und Bewegungen. Welche Auswirkungen also hatte der Ausbruch und die politische Bearbeitung der Covid-19 Pandemie in den letzten Jahren auf transnationale feministische Bewegungen?<br>Constanze Stutz widmet sich in ihrem Vortrag einer Kartographierung der  Verschiebungen der Organisationsformen,&nbsp;Forderungen und kollektiven  Praxen feministischer Bewegungen. Entlang von vier Schlaglichtern zum  Verh\u00e4ltnis von Feminismus und Revolution, zeigt sie, wie und warum sich  ein feministisches Revolutionsverst\u00e4ndnis grundlegend von bekannten  Vorstellungen einer gewaltvollen gro\u00dfen Umw\u00e4lzung unterscheidet und  vorgreifend, tastend schon im Hier und Jetzt das ganz andere sucht (und  gelegentlich auch findet).<br>Warum also K\u00e4mpfe um Reproduktion \u2013 soziale wie \u00f6kologische \u2013 und das  Geschlechterverh\u00e4ltnis im Herzen der Revolution liegen, wie Bini  Adamczak schreibt. Formen des Widerstands zwischen Streik und Aufstand, zwischen&nbsp;Selbstver\u00e4nderung  und Ver\u00e4nderung der Verh\u00e4ltnisse, zwischen Enteignung der K\u00f6rper und der Mittel zur Reproduktion r\u00fccken damit in den Mittelpunkt einer feministischen Auseinandersetzung um revolution\u00e4res Begehren und die Frage, wie eine andere Gesellschaft herzustellen ist und einzurichten w\u00e4re. Wie diese Frage sich auch in der vierten bis f\u00fcnften Welle der Corona Pandemie kollektiv bearbeiten l\u00e4sst, wird im Anschluss an den Vortrag gemeinsam diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<h4>Di, 05.07., 17-21 Uhr: <strong>Ignorieren? Positionieren? Argumentieren? \u2013 Handlungsf\u00e4hig gegen menschenverachtende Einstellungen und Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Argumentationsworkshop mit dem <a href=\"https:\/\/kulturbuero-sachsen.de\/\">Kulturb\u00fcro Sachsen<\/a><\/em><br>Engagierten m\u00fcssen oftmals im Familien-, Freundes- und Kolleg*innenkreis oder auf der Stra\u00dfe Rede und Antwort stehen, ihre Aktivit\u00e4ten verteidigen oder grundlegende demokratische und humanistischen Werte verteidigen. Im Workshop werden wir uns \u00fcber Strategien und Reaktionsm\u00f6glichkeiten informieren und der Frage nachgehen, in welchen Situationen es sinnvoll ist, mit anderen ins Gespr\u00e4ch zu kommen \u2013 und wie das vielleicht gelingen kann. Es werden Grundlagen im Argumentieren und Positionieren gegen rechts diskutiert und erarbeitet.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Anmeldung erforderlich, die Teilnehmendenzahl ist auf 12 Personen begrenzt!&nbsp;<br>Anmeldung bis 28.06. per Mail an <a href=\"mailto:kuk[\u00e4t]azconni.de\">kuk@azconni.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Di, 12.07., 17-20 Uhr: Meine Freiheit &#8211; Deine Freiheit &#8211; Demokratische Zumutungen in Zeiten von Corona<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Betzavta-Workshop mit dem <\/em><a href=\"https:\/\/kulturbuero-sachsen.de\/\"><em>Kulturb\u00fcro Sachsen<\/em><\/a><br>Wer  entscheidet im Krisenfall, wenn Zeitnot und Unwissen regieren? Welche  Mittel sind angemessen? Was passiert mit demokratischen  Entscheidungswegen? Die Ma\u00dfnahmen gegen das Coronavirus haben auch in  Deutschland dazugef\u00fchrt, dass einige Grundrechte teilweise massiv  eingeschr\u00e4nkt wurden &#8211; mit dem Ziel andere Grundrechte zu sch\u00fctzen &#8211; wie  etwa das Recht auf Gesundheit und k\u00f6rperliche Unversehrtheit (Art. 2).  Im Workshop erleben und diskutieren wir diese demokratischen Dilemmata  anhand von \u00dcbungen aus dem erfahrungsbasierten Bildungsansatz des  Programms \u201eMehr als eine Demokratie \/\/ Betzavta\u201c des ADAM Instituts  Jerusalem. Eingeladen sind alle Menschen, die sich f\u00fcr das Thema  interessieren.<br>Anmeldung bis 29.06. per Mail an <a href=\"mailto:kuk[\u00e4t]azconni.de\">kuk@azconni.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4>Di, 19.07.: <strong>Quarant\u00e4ne und Kritik &#8211; R\u00fcckblick nach zwei Jahren Pandemie<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><em>Podiumsgespr\u00e4ch mit <\/em><a href=\"https:\/\/www.naus-dresden.org\"><em>Kampagne NAUS<\/em><\/a><em>, <\/em><a href=\"https:\/\/gruppe-polar.org\/\"><em>Gruppe Polar<\/em><\/a><em>, <\/em><a href=\"https:\/\/twitter.com\/AntifaLoebtau\"><em>AIL<\/em><\/a><em> und <\/em><a href=\"https:\/\/abcdd.org\/\"><em>ABC<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr  als zwei Jahre hatte die Corona-Pandemie die Gesellschaft in ihrem  Griff. Von Lockdowns und Grundrechtseingriffen \u00fcber Lockerungen bis zu  Finanzhilfen wurde vor allem der Staat gem\u00e4\u00df seiner Funktion zum  zentralen Krisenmanager.&nbsp;Wenig  \u00fcberraschend versuchte er mit mal mehr und mal weniger  nachvollziehbaren Ma\u00dfnahmen die Kapitalakkumulation am Laufen zu halten &#8211;  auf Kosten der Freiheit und Sicherheit seiner B\u00fcrger*innen.<br>Jedoch standen auch radikale Linke und Anarchist*innen vor Herausforderungen.  Eine Eind\u00e4mmung der Pandemie erschien auch aus staatskritischer Sicht  sinnvoll, um Menschenleben zu retten. Gleichzeitig wurden die Folgen der  Krise wieder einmal auf die verwundbarsten Teile der Gesellschaft  abgew\u00e4lzt. Zu kritisieren gab es also genug. Doch schon die ersten  \u00f6ffentlichkeitswirksamen Aktionen wurden <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/soziales\/protest-in-der-corona-krise-mit-figuren-fuer-die-aufnahme-von-gefluechteten\/\">von der Polizei konsequent unterbunden<\/a>. Nichtsdestotrotz wurden <a href=\"https:\/\/mobile.twitter.com\/AntifaLoebtau\/status\/1250036479440666625\/photo\/1\">Forderungspapiere<\/a> geschrieben und <a href=\"https:\/\/www.naus-dresden.org\/\">Kampagnen<\/a> gestartet, um die zahlreichen Missst\u00e4nde  anzugreifen. Gleichzeitig entstand eine diffuse politische Bewegung  gegen die staatlichen Ma\u00dfnahmen, die mit der Zeit immer offener ins  rechte und verschw\u00f6rungstheoretische Milieu abrutschte und die zunehmend  zum Fokus linker Aktionen wurde, was ebenso auch <a href=\"https:\/\/abcdd.org\/2022\/01\/26\/coronavirus-solidaritat-und-anarchistischer-kampf\/\">Kritik erfuhr<\/a>.<br>Nach  mehr als zwei Jahren Pandemie wollen wir gemeinsam zur\u00fcckschauen und  auswerten, wie unsere politische Praxis aussah. Welche Strategien waren  erfolgreich, wo h\u00e4tten die Dinge anders laufen sollen? War die Linke  regierungsunkritisch? Wie ist unser Verh\u00e4ltnis zu staatlicher Autorit\u00e4t,  zu Repression gegen Querdenken, zur Impfplicht und anderen  Corona-Ma\u00dfnahmen?&nbsp;<br>Und  nat\u00fcrlich ergeben sich daraus auch Fragen f\u00fcr zuk\u00fcnftige politische  Strategien. Denn eines ist sicher: Die n\u00e4chste Krise kommt bestimmt!<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie lange ist die Zeit eigentlich her, in der man als \u00fcberzeugte*r Linke*r einen ganz normalen Alltag zwischen Plenum, Demo, Hausprojekt und Boulderhalle f\u00fchren konnte, angetrieben von der Wut auf Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Ausbeutung, die man mehr oder weniger treffend unter \u201eGesamtschei\u00dfe\u201c verbuchte? 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