{"id":1105,"date":"2015-05-18T11:55:35","date_gmt":"2015-05-18T09:55:35","guid":{"rendered":"http:\/\/azconni.de\/?p=1105"},"modified":"2015-05-18T11:55:35","modified_gmt":"2015-05-18T09:55:35","slug":"stellungnahme-zu-den-uebermalten-israel-tags-im-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.azconni.de\/fr\/stellungnahme-zu-den-uebermalten-israel-tags-im-haus\/","title":{"rendered":"Stellungnahme zu den \u00fcbermalten Israel-Tags im Haus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verfasst von der Vollversammlung des AZ Conni<\/strong><\/p>\n<p>In letzter Zeit sind uns immer wieder \u00fcbermalte Tags in den R\u00e4umen des AZ Conni aufgefallen. Die an die Wand gezeichnete Fahne Israels wurde mehrfach \u00fcbermalt, durchgestrichen oder gar mit Hakenkreuzen \u201eerg\u00e4nzt\u201c, aus \u201eFree Gaza from Hamas\u201c wurde \u201eFree Gaza\u201c gemacht. Des Weiteren wurden pro-israelische Aufkleber abgerissen und Flyer zum Palituch landeten stapelweise in der Feuertonne. Wir sind uns bewusst, dass es im AZ durchaus inhaltliche Differenzen und Auseinandersetzungen gibt und gab. Auf Grund der Vehemenz sowie durch Teile der vertretenen Inhalte mit der\/denen dieser Diskurs an den W\u00e4nden gef\u00fchrt wird, halten wir es aber f\u00fcr notwendig, dazu Stellung zu nehmen und so diese Debatte von einer symbolischen auf eine inhaltliche Ebene zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Es ist nicht unser Ziel, Einzelpersonen im oder um das Haus zu diffamieren oder anzuprangern, dennoch kritisieren wir die derzeitigen \u00dcbermal-Aktionen f\u00fcr ihre unverkennbare Anschlussf\u00e4higkeit an Antisemit*innen. Zweifelsohne steht die Fahne Israels f\u00fcr einen kapitalistischen Staat, in dem es wie \u00fcberall sonst Mechanismen der Ausbeutung, des Ausschlusses sowie Patriotismus gibt. Wer aber diese Verh\u00e4ltnisse kritisieren will, sollte den Universalismus des kapitalistischen Staatsmodells im Allgemeinen anprangern und nicht durch das \u00dcbermalen der Fahne Israels im Besonderen die Notwendigkeit dieses Staates als Schutzraum f\u00fcr die von Antisemitismus verfolgten J\u00fcdinnen* und Juden* negieren.<\/p>\n<p>Weiterhin ist es f\u00fcr uns weder zu rechtfertigen, noch zu tolerieren, wenn es zur Solidarisierung mit der Hamas oder der Gleichsetzung Israels mit dem nationalsozialistischen Deutschland kommt. Liest man die immer noch g\u00fcltige Gr\u00fcndungscharta der Hamas, so st\u00f6\u00dft man auf ein antisemitisches Manifest, wie auch auf die offene Leugnung der Shoah. Das Hakenkreuz in der Fahne stellt zudem eine Relativierung des Nationalsozialismus dar und offenbart geschichtsvergessene, reaktion\u00e4re und antisemitische Einstellungen, die leider auch in der Linken Tradition haben. Die deutsche beziehungsweise europ\u00e4ische Schuldabwehr, die diese Gleichsetzung mit sich bringt, wird derart in linke Rhetorik \u00fcbernommen und durch sie transportiert. Antisemitismus ist eine falsche Projektion, die versucht, alles subjektiv als \u201eb\u00f6se\u201c und \u201eschlecht\u201c Wahrgenommene den J\u00fcdinnen* und Juden* zuzuschreiben. Jedoch ist die offene \u00c4u\u00dferung dieser Ideologie in der heutigen Zeit weitgehend tabuisiert, und wird somit durch verschiedene alternative Projektionen ersetzt, in denen \u201edie Wurzel allen \u00dcbels\u201c beispielsweise in der Klasse der Gro\u00dfkapitalist*innen, bestimmten Konzernen oder vermeintlich besonders \u201eimperialistischen\u201c Staaten verortet wird. So wird besonders Israel als Staat der J\u00fcdinnen* und Juden* gleichzeitig zum \u201eJuden unter den Staaten\u201c konstruiert. Diese Projektionsleistung entlarvt sich als solche, wenn J\u00fcdinnen* und Juden* au\u00dferhalb Israels stellvertretend f\u00fcr ihre (vermeintliche) j\u00fcdische Identit\u00e4t und den sogenannten zionistischen Terror Israels, dessen Siedlungspolitik und Kriegsf\u00fchrung im Nahen Osten angefeindet, bedroht und angegriffen werden.<\/p>\n<p>Israel hat als Schutzraum, f\u00fcr alle von Antisemitismus Betroffenen, eine Sonderrolle zu erf\u00fcllen, wobei er wie kein Zweiter mit Doppelstandards, D\u00e4monisierungen und dem st\u00e4ndigen Versuch seiner Delegitimierung konfrontiert wird. Gerade aus diesem Klima der Feindseligkeit heraus sehen wir das Recht auf Existenz und Selbstverteidigung dieses Staats als notwendig und indiskutabel an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verfasst von der Vollversammlung des AZ Conni In letzter Zeit sind uns immer wieder \u00fcbermalte Tags in den R\u00e4umen des AZ Conni aufgefallen. 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