{"id":1602,"date":"2015-12-07T21:22:33","date_gmt":"2015-12-07T19:22:33","guid":{"rendered":"http:\/\/azconni.de\/?p=1602"},"modified":"2015-12-07T21:22:33","modified_gmt":"2015-12-07T19:22:33","slug":"oat-am-10-12-vorstellungspodium-critiquenact","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.azconni.de\/fr\/oat-am-10-12-vorstellungspodium-critiquenact\/","title":{"rendered":"Vorstellungspodium critique\u2019n\u2019act am 10.12. beim OAT"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freund*innen und Gruppen in Dresden<\/p>\n<p>Wir, die Gruppen e*vibes, Ausser Kontrolle, Undogmatische Radikale\u00a0Antifa und gruppe polar, haben in Dresden critique\u2019n\u2019act gegr\u00fcndet. F\u00fcr\u00a0die Organisierung in einem bundesweiten Zusammenhang sind wir au\u00dferdem\u00a0gemeinsam dem B\u00fcndnis \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab beigetreten.<\/p>\n<p>Sicher gibt es viele (kritische) Fragen zu solch einem B\u00fcndnis. Wir\u00a0finden linksradikale Organisierung in Dresden und dar\u00fcber hinaus gerade\u00a0in Anbetracht der rassistischen Zust\u00e4nde sehr wichtig. Wir wollen\u00a0versuchen, emanzipatorische Politik in Dresden besser zu vernetzen und\u00a0sichtbarer zu machen. Die lokale politische Arbeit und die\u00a0Zusammenarbeit mit Euch bleibt f\u00fcr uns weiterhin wichtig und zentral.\u00a0Daher laden wir euch ganz herzlich ein, unseren Zusammenschluss und den\u00a0Beitritt zu \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab mit uns zu diskutieren. Kommt vorbei, wir\u00a0m\u00f6chten diesen Prozess gerne gemeinsam mit Euch besprechen und sind<br \/>\ngespannt auf Eure Fragen und Anregungen.<\/p>\n<p>Solidarische Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>\ncritique\u2019n\u2019act<br \/>\n<a href=\"http:\/\/critiquenact.blogsport.eu\/\">http:\/\/critiquenact.blogsport.eu\/<\/a><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nUnsere Beitrittserkl\u00e4rung: Weil es auch in Dresden \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab \u00a0geht<\/p>\n<p>Wir, die Gruppen e*vibes, ausserkontrolle, Undogmatische Radikale\u00a0Antifa und gruppe polar, haben in Dresden critique&#8217;n&#8217;act gegr\u00fcndet. In\u00a0dieser gruppen\u00fcbergreifenden F\u00f6deration wollen wir linksradikale\u00a0Akteur*innen in Dresden verbindlicher zusammenbringen. F\u00fcr die\u00a0Organisierung in einem bundesweiten Zusammenhang sind wir au\u00dferdem\u00a0gemeinsam dem B\u00fcndnis \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab beigetreten. \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab wurde Ende\u00a02006 gegr\u00fcndet, um linksradikale Gesellschaftskritik \u00fcberregional zu\u00a0organisieren und handlungsf\u00e4hig zu machen. Wir wollen Teil dieses\u00a0B\u00fcndnisses sein, um unsere lokalen Bez\u00fcge auch in bundesweiten\u00a0Strukturen zu diskutieren und gerade in der aktuellen Situation\u00a0direkter auf solidarische Verst\u00e4rkung zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab B\u00fcndnis ist ein kommunistisches B\u00fcndnis. Und auch wenn\u00a0sich viele von uns nicht als Kommunist*innen verstehen, teilen wir mit\u00a0den in \u00bbuG\u00ab organisierten Gruppen die radikale Ablehnung\u00a0kapitalistischer Herrschaftsverh\u00e4ltnisse. Ebenso verbindet uns die\u00a0Auseinandersetzung mit der Kritik an der deutschen Vorherrschaft in\u00a0Vergangenheit und Gegenwart, sowie am Antisemitismus. Diese Kritik\u00a0umfasst auch die Tatsache, dass bisherige kommunistische oder\u00a0realsozialistische Versuche, die Gesellschaft grundlegend umzugestalten\u00a0\u2013 sofern sie nicht niedergeschlagen wurden \u2013 in autorit\u00e4ren Systemen\u00a0m\u00fcndeten: 60 Jahre realexistierender Staatssozialismus haben daf\u00fcr\u00a0gesorgt, dass emanzipatorische Alternativen zum Kapitalismus in\u00a0Ostdeutschland nicht gerade hoch im Kurs stehen. Wir sind der Ansicht,\u00a0dass es in der radikalen Linken eine tiefere Analyse und\u00a0Auseinandersetzung mit der Idee und den Verwirklichungsversuchen des\u00a0Kommunismus braucht, die \u00fcber eine simple Kritik an \u201eStalin und dem\u00a0Realsozialismus\u201c hinaus gehen muss. Wir haben mit einer solchen\u00a0Auseinandersetzung begonnen und werden sie fortsetzen, denn die Kritik\u00a0am Kommunismus sollten wir nicht den Antikommunist*innen \u00fcberlassen. Um\u00a0den Zynismus und die Unmenschlichkeit des kapitalistischen Systems\u00a0wissen wir. Und: wir m\u00fcssen \u00fcber konkrete Utopien und Praxen zur\u00a0\u00dcberwindung des Kapitalismus diskutieren. Trotzdem die Idee des\u00a0Kommunismus enorm besch\u00e4digt ist, k\u00f6nnen wir uns mit dem postulierten\u00a0Ende der Geschichte nicht abfinden. Das Ziel ist eine Gesellschaft, in\u00a0der alle Menschen mit ihren Bed\u00fcrfnissen und M\u00f6glichkeiten Platz finden.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung mit materialistischem Feminismus bildet f\u00fcr uns\u00a0eine wichtige Grundlage des Verst\u00e4ndnisses von Gesellschaft und den\u00a0Ausgangspunkt emanzipatorischen Handelns. Sie macht unter anderem klar:\u00a0die Ver\u00e4nderung gesellschaftlicher Zust\u00e4nde funktioniert nicht ohne die\u00a0Bewusstwerdung und aktive Kritik an der immer noch geschlechtlich\u00a0orientierten Trennung zwischen Produktions- und Reproduktionssph\u00e4re,\u00a0welche die Grundlage kapitalistischer Verwertung darstellt. Der\u00a0Abwertung alles als &#8220;weiblich&#8221; imaginierten, der Diskriminierung\u00a0queerer Identit\u00e4ten und alternativer Konzepte des Zusammenlebens\u00a0stellen wir uns entgegen. Feminismus funktioniert nicht als &#8220;Anh\u00e4ngsel&#8221;\u00a0antiautorit\u00e4r-kommunistischer Kapitalismuskritik, sondern stellt eine\u00a0tragende S\u00e4ule eben dieser Kritik dar. Auch wir sind Teil dieser\u00a0Gesellschaft und m\u00fcssen uns daher mit Strukturen von Herrschaft und\u00a0Macht innerhalb unseres politischen Organisationsrahmens\u00a0auseinandersetzen. Praktisch wird das beispielsweise, wenn es um die\u00a0Frage geht wie viele Frauen* in unserer F\u00f6deration oder im B\u00fcndnis\u00a0\u00bb\u2026umsGanze!\u00ab organisiert sind, welche Aufgaben von wem \u00fcbernommen\u00a0werden, wie Verantwortung verteilt ist und wie wir miteinander\u00a0kommunizieren. Dass wir von gesellschaftlichen Zust\u00e4nden gepr\u00e4gt sind,\u00a0steht au\u00dfer Frage. Dass wir uns selbst reflektieren und Wege finden mit\u00a0Herrschaftsverh\u00e4ltnissen umzugehen, sehen wir als Grundvoraussetzung\u00a0eines gleichberechtigten Umgangs miteinander an. Mit der Mobilisierung\u00a0gegen den Wiener Korporationsball, zum Frauen*kampftag am 8. M\u00e4rz in\u00a0Berlin und gegen die christlichen Fundamentalist*innen des Marsches f\u00fcr\u00a0das Leben hat sich das \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab B\u00fcndnis den K\u00e4mpfen gegen das\u00a0antifeministische, homophobe roll-back wertkonservativer Kr\u00e4fte\u00a0angeschlossen, welche die wei\u00dfe, heterosexuelle Kleinfamilie als\u00a0&#8220;Keimzelle der Nation&#8221; gegen alle anderen Lebensrealit\u00e4ten in S Stellung\u00a0bringt.<\/p>\n<p>Wir befinden uns in einer globalen Krise des Kapitalismus. Diese Krise\u00a0hat f\u00fcr eine enorme Delegitimierung des kapitalistischen Systems\u00a0gesorgt \u2013 so viel Kapitalismuskritik wie heute gab es lange nicht\u00a0mehr. Umso h\u00e4rter wird gegen Abweichler*innen vorgegangen, die es wagen\u00a0aus der neoliberalen Reihe zu tanzen. Einer unserer Schwerpunkte liegt\u00a0auf der Krise des Kapitalismus, des rassistischen Populismus, der\u00a0brutalen Rolle Deutschlands als Krisengewinner, Erzwingen der\u00a0europ\u00e4ischen Austerit\u00e4tspolitik und der damit einhergehenden Verarmung.\u00a0Im Zuge der Wiedervereinigung und der zunehmenden Historisierend des\u00a0Nationalsozialismus nimmt Deutschland wieder eine dominierende Position\u00a0ein. Die deutsche Niedriglohnpolitik und die damit direkt verbundene\u00a0Exportweltmeisterschaft haben die Arbeitsm\u00e4rkte anderer EU-L\u00e4nder\u00a0destabilisiert. Das deutsche Modell, \u201eden Standort\u201d auf Kosten der\u00a0Lohnabh\u00e4ngigen wettbewerbsf\u00e4hig zu machen, wird inzwischen in der\u00a0gesamten EU umgesetzt. Gest\u00e4rkt durch den Gewinn aus der Krise sieht\u00a0sich Deutschland auch wieder in einer Rolle, in der es als Gro\u00dfmacht\u00a0agiert und vermehrt milit\u00e4rische Operationen lanciert.<\/p>\n<p>Seit dem Sommer 2015 inszeniert sich Deutschland als\u00a0Willkommensweltmeister gegen\u00fcber den Gefl\u00fcchteten; die\u00a0Hilfsbereitschaft antirassistischer Willkommensinitiativen wird prompt\u00a0genutzt, um dem politischen F\u00fchrungsanspruch in Europa eine moralische\u00a0Lackierung zu verpassen. Doch Antirassismus ist mehr als &#8220;Refugees\u00a0Welcome&#8221;. Gefl\u00fcchtete stehen auf gegen ihre Diskriminierung in\u00a0Deutschland, die rassistische EU-Au\u00dfenpolitik und die Zerst\u00f6rung ihrer\u00a0Herkunftsl\u00e4nder. An diesen K\u00e4mpfen beteiligen wir uns. Wir unterst\u00fctzen\u00a0die K\u00e4mpfe von Refugees in Dresden genauso wie politische\u00a0Rom_nja-Selbstorganisierungen.<\/p>\n<p>Seit einem Jahr demonstriert Pegida w\u00f6chentlich durch die Dresdner\u00a0Innenstadt, macht sie zum einen in diesen Stunden zur no-go-area f\u00fcr\u00a0Menschen, die als nicht deutsch und\/oder als politische Gegner*innen\u00a0ausgemacht werden und fungiert zum anderen als Stichwortgeberin f\u00fcr\u00a0\u00bbNein zum Heim-Initiativen\u00ab. Aufgebrachte Anwohner*innen versammeln\u00a0sich vor Unterk\u00fcnften f\u00fcr Gefl\u00fcchtete oder sorgen mit Blockaden daf\u00fcr,\u00a0dass diese nicht bezogen werden k\u00f6nnen. Brandanschl\u00e4ge und t\u00e4gliche\u00a0rassistische Angriffe sind die direkte Folge von Pegida. Dort sammeln\u00a0sich alle, die sich mit den autorit\u00e4ren Ideen vom &#8220;Kollektiv des\u00a0deutschen Volkes&#8221; identifizieren, nicht zuletzt indem sie alles\u00a0&#8220;Kollektivfremde&#8221; rassistisch abwerten. Die verwirrten und rassistisch\u00a0motivierten Individuen gehen im enthemmten Kollektiv auf. Sie sind\u00a0nicht mehr zug\u00e4nglich f\u00fcr Fakten oder Argumente, sondern ausschlie\u00dflich\u00a0f\u00fcr die allmont\u00e4glich vom Lautsprecherwagen gebellten Verschw\u00f6rungen\u00a0und Hetztiraden. Jegliche Empathie ist ihnen abhanden gekommen. Stattdessen demonstrieren sie f\u00fcr noch mehr Armut, Ausgrenzung und\u00a0Abschottung. 25 Jahre CDU-Alleinherrschaft, zehn Jahre NPD im Landtag,\u00a0die AfD, die neue W\u00e4hler*innenschichten erschlie\u00dft, Pegida auf der\u00a0Stra\u00dfe sowie rechter Terror gegen Gefl\u00fcchtete und ihre\u00a0Unterst\u00fctzer*innen \u2013 das sind die aktuellen Zust\u00e4nde in Sachsen.\u00a0Dagegen braucht es Organisierung! In Dresden, in Sachsen, aber auch<br \/>\ndar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Derzeit wird der Ruf nach starken, souver\u00e4nen Nationen nicht nur von\u00a0rechts immer lauter. Der nationalistische roll back wird auch von\u00a0vermeintlichen Linken gefordert. Dabei ist der Nationalstaat als Garant\u00a0f\u00fcr begrenzten Wohlstand von den Entwicklungen des globalisierten,\u00a0neoliberalen Kapitalismus l\u00e4ngst \u00fcberholt (was alle bisherigen Versuche\u00a0zur R\u00fcckkehr zum fordistischen Kapitalismus zeigen). Au\u00dferdem\u00a0ignorieren die nationalistischen &#8220;Linken&#8221;, dass es sich bei der Nation\u00a0um ein Herrschafts- und Ausgrenzungskonstrukt handelt, das stets bem\u00fcht\u00a0ist, die Kosten seiner Entwicklung auf andere, zumeist L\u00e4nder der\u00a0Peripherie abzuw\u00e4lzen. Weil wir also jeglichen Nationalismus ablehnen,\u00a0ist es f\u00fcr uns unerl\u00e4sslich transnational zu k\u00e4mpfen. Dabei gilt es,\u00a0aus den Fehlern vergangener Ans\u00e4tze zu lernen. Globale Solidarit\u00e4t und\u00a0Aktivismus lassen sich nicht auf dem Rei\u00dfbrett entwerfen, sondern\u00a0k\u00f6nnen nur als stetiger Austausch und reflektierte Praxis gelingen. Die\u00a0antiautorit\u00e4re Plattform \u201ebeyond europe\u201c ist f\u00fcr uns eine M\u00f6glichkeit,\u00a0das in die Tat umzusetzen.<\/p>\n<p>Wir haben uns entschlossen, eine F\u00f6deration zu gr\u00fcnden, denn die\u00a0Antwort auf die Dresdner Zust\u00e4nde kann keine einfache \u201eGegen\u00a0Nazis\u201c-Strategie sein: \u00d6konomische, politische und soziale Ursachen der\u00a0aktuellen regressiven Welle d\u00fcrfen nicht ausgeklammert werden. Wir\u00a0wollen die thematischen und praktischen Schwerpunkte unserer lokalen\u00a0Gruppen zusammenf\u00fchren und gemeinsam Kritik an den herrschenden\u00a0Verh\u00e4ltnissen \u00fcben, solidarische Alternativen aufzeigen und diese auf\u00a0praktische Wege bringen.<\/p>\n<p>Damit Kaltland keine Ewigkeit wird! critique&#8217;n&#8217;act &#8212; f\u00fcr ein sch\u00f6nes\u00a0Leben in einer solidarischen Gesellschaft!<\/p>\n<p>Solidarische Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>\ncritique\u2019n\u2019act<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freund*innen und Gruppen in Dresden Wir, die Gruppen e*vibes, Ausser Kontrolle, Undogmatische Radikale\u00a0Antifa und gruppe polar, haben in Dresden critique\u2019n\u2019act gegr\u00fcndet. F\u00fcr\u00a0die Organisierung in einem bundesweiten Zusammenhang sind wir au\u00dferdem\u00a0gemeinsam dem B\u00fcndnis \u00bb\u2026umsGanze!\u00ab beigetreten. Sicher gibt es viele (kritische) Fragen zu solch einem B\u00fcndnis. 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