{"id":79230,"date":"2016-06-02T16:27:16","date_gmt":"2016-06-02T14:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/azconni.de\/?p=79230"},"modified":"2016-06-02T16:27:16","modified_gmt":"2016-06-02T14:27:16","slug":"techno-unites-but-there-is-still-no-party-for-all","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.azconni.de\/fr\/techno-unites-but-there-is-still-no-party-for-all\/","title":{"rendered":"Techno unites \u2013 But there is still no Party for all"},"content":{"rendered":"<div id=\"magicdomid5\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Leider hat folgender Redebeitrag auf der diesj\u00e4hrigen TOLERADE aufgrund technischer Schwierigkeiten und anderer dringender Dinge, keinen Raum gefunden. Wir m\u00f6chten ihn nun im Nachhinein ver\u00f6ffentlichen, da er an Aktualit\u00e4t nicht verloren hat:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid6\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Liebe Freund*innen, liebe Sympathisant*innen, liebe Teilnehmende,<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid8\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Der Entscheidung, an der diesj\u00e4hrigen Tolerade teilzunehmen und einen Wagen zu stellen, gingen diverse Debatten innerhalb des Jugendtanz-Kollektivs sowie im Kneipen- und Kulturplenum des AZ Conni voraus. Kritikw\u00fcrdig ist aus unserer Sicht zum einem die Symbolhaftigkeit der TOLERADE. So schafft sie zwar einen offenen Raum und einen geeigneten Rahmen, damit auch Gefl\u00fcchtete einmal entspannt feiernd durch die Stadt laufen k\u00f6nnen und lenkt die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema der Toleranz gegen\u00fcber und der Integration von Gefl\u00fcchteten. Doch in Anbetracht des Erlahmens der Proteste gegen PEDIGA und rassistische B\u00fcrger*innenbewegungen sowie der st\u00e4ndigen Versch\u00e4rfung der Asylgesetze wirkt sie auf uns schlicht als eine Beruhigung des bildungsb\u00fcrgerlichen Gewissens. Zum anderen, was f\u00fcr uns wesentlich schwerer wiegt, sind wir zwiegespalten in unserem Urteil zu Teilen des Organisationskreises der Tolerade. Letztlich eintschieden wir uns dennoch diesen \u00f6ffentlichen Raum zu nutzen, denn wo k\u00f6nnten diese Kritik und unsere politischen Forderungen besser artikuliert werden?<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid9\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Ein Widerspruch par excellence ist (f\u00fcr uns) bspw. die erneute Wahl des &#8220;Sektor Evolution&#8221; als Zielort der Tolerade, obwohl dort seit Jahren bekannterma\u00dfen Thor Steinar Tr\u00e4ger*innen an der T\u00fcr stehen und auch im Publikum Nazis keine Seltenheit sind und dort geduldet werden.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid10\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Absurd ist gleichwohl das Engagement einiger Clubs und Bars in der Finanzierung der sogenannten \u201eNeustadtstreife\u201c, die unter dem Label \u201erespect \u2013 save the crowd\u201c Anfang der Jahres f\u00fcr mehrere Wochen f\u00fcr mehr &#8220;Sicherheit und Ordnung&#8221; in der Neustadt sorgen sollte. Der Name dieser Security-Streife soll offenbar \u00fcber den rassistischen Hintergrund ihrer Entstehung hinwegt\u00e4uschen, denn der Groovestation-Chef Klaus K\u00f6rner \u00e4u\u00dferte am 15.01.16 gegen\u00fcber MOPO24 zum Motiv der Initiative, dass eine Gruppe von Nordafrikanern regelm\u00e4\u00dfig G\u00e4ste in Kneipen und Clubs bel\u00e4stige, Betrunkene bestehle und vermehrt f\u00fcr \u00c4rger sorge. Damit bedient er nicht nur altbekannte Klischees \u00e0 la PEGIDA, sondern suggeriert auch, dass die bis dahin bereits von vielen Clubs praktizierte rassistische T\u00fcrpolitik im Sinne von racial profiling nicht mehr ausreiche, um dem subjektiven Sicherheitsgef\u00fchl der vermeintlich alternativen Besucher*innen des Szeneviertels Neustadt zu entsprechen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid11\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Es ist fatal zu glauben, dass sexistische Verhaltensweisen, Diebst\u00e4hle, Drogenverkauf und allgemeine Aggressionen auf Partys an eine bestimmte Herkunft oder Hautfarbe gekoppelt seien. Vielmehr sind diese Verhaltensweisen tief verwurzelt in der (Dresdner) Clubszene, die um einiges \u00e4lter ist als die sogenannte \u201eFl\u00fcchtlingswelle\u201c. Fr\u00fcher wurden die Hinweise auf solche Probleme als feministisches Geschw\u00e4tz abgetan, heute, wo sie sich gegen Nicht-Deutsche richten, sind sie der ideale Anlass, die autorit\u00e4re T\u00fcrpolitik vieler Clubs auf die Stra\u00dfen der Neustadt auszuweiten. Wir stimmen der Ortsbeir\u00e4tin Kristin Hoffmann zu, wenn sie sagt, dass organisierte und eventuell noch leicht bewaffnete M\u00e4nnergruppen nicht dazu beitr\u00fcgen, das Klima im Viertel zu verbessern. Im Gegenteil, wenn selbst die s\u00e4chsische Polizei feststellt, dass der allgemeine Kriminalit\u00e4tsanstieg mit dem wachsenden Einkommensgef\u00e4lle der Gesellschaft einhergeht \u2013 so geschehen in einem Artikel in der S\u00e4chsischen Zeitung vom 7. Oktober 2015 \u2013, so h\u00e4tten die Kneipen und Clubbesitzer*innen der ehemals bunten Neustadt ihre tausenden Euros und ihre Zeit, die f\u00fcr Absprachen mit Polizei und Stadtverwaltung draufgingen, doch besser in die Auseinandersetzung um gute Unterbringung, die Sicherung des Existenzminimums sowie bessere Ausbildungs- und Arbeitsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Gefl\u00fcchtete investieren sollen.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid12\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"magicdomid13\" dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Eine freie Partykultur setzt eine freie und emanzipierte Gesellschaft voraus. Hierf\u00fcr reicht es nicht, ausschlie\u00dflich gegen Rassismus auf die Stra\u00dfe zu gehen; auch Ableismus, Sexismus, Homophobie sowie soziale Ausgrenzung m\u00fcssen endlich als zentrale Probleme dieser Gesellschaft wahrgenommen werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif\">Wieso beginnen wir nicht einfach hier und heute damit und \u00fcbernehmen mehr Verantwortung f\u00fcr einander, achten gegenseitig auf uns und schreiten ein, wenn die Grenzen anderer \u00fcberschritten werden. Damit w\u00fcrden wir nicht nur eine \u201eNeustadtstreife\u201c \u00fcberfl\u00fcssig machen &#8211; deren rechtlicher Handlungsspielraum im \u00dcbrigen der gleiche ist, wie der aller Neustadtbesucher*innen &#8211; sondern auch das Lebensgef\u00fchl derjenigen verbessern, die t\u00e4glichen Diskriminierungen und Anfeindungen ausgeliefert sind.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leider hat folgender Redebeitrag auf der diesj\u00e4hrigen TOLERADE aufgrund technischer Schwierigkeiten und anderer dringender Dinge, keinen Raum gefunden. 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