Novemberrevolution IV
7. November 2018

Heute vor 101 Jahren stürzten die Bolschewiki die bürgerlich-sozialistische Übergangsregierung Alexander Kerenskys. Die damaligen Ereignisse – später inszeniert als großer Sturm auf das Winterpalais, dem Sitz der Regierung in Petrograd – gingen als Oktoberrevolution in die Geschichte ein.

Vielleicht das schönste Bild des Ersten Weltkriegs? Russische und deutsche Soldaten feiern sein Ende. Quelle: Wikipedia

Die konsequente Friedenspolitik der Bolschewiki führte schließlich zum Ende des Weltkrieges in diesem Teil der Welt, in der späteren Sowjetunion begannen die Revolutionär*innen mit der Sozialisierung der Produktionsmittel und leider auch mit der Errichtung der bolschewistischen Parteidiktatur. Im Jahr 1918 jedoch war die Revolution in Russland noch zentraler Bezugspunkte der radikalen Teile der Arbeiter*innenbewegung, sowohl der späteren Kritiker*innen um die « Internationalen Kommunisten », der USPD unter Führung von Luxemburg und Liebknecht, als auch der Anarchist*innen Mühsam und Landauer. Ohne die Revolution in Russland hätte es den November 1918 vielleicht nie gegeben. Darum wollen wir euch eine Veranstaltungsreihe aus 2017 ans Herz legen, die ihr hier nachhören könnt:

Veranstaltungsreihe

Außerdem hier noch ein Beitrag zur Wiederhall der Oktoberrevolution in Sachsen:

https://soundcloud.com/rosaluxstiftung/reflektionen-der…

Im Jahr 1918 demonstrierten in München am 7. November M- und USPD für die Beendigung des Krieges, durch den Zusammenschluss mit den städtischen Militäreinheiten fällt die Stadt unter ihre Kontrolle. Nur einen Tag später ist der erste deutsche Monarch, der bayrische König Ludwig III faktisch gestürzt, Bayern wird zum Freistaat. Mehr dazu am Freitag in unserer Veranstaltung:

09. November – 19 Uhr | AZ Conni | Filmvorführung und Diskussion | Die Dichter und die Räterepublik – Spurensuche einer vergessenen Revolution

Die Räterepublik in München war einer von mehreren, in ihrer Intensität aber einer der weitreichendsten Versuche in Deutschland eine sozialistische Republik zu errichten. Beflügelt von den revolutionären Ereignissen in Ungarn übernahm die proletarische Bewegung in München ab April 1919 die Macht. An der Bewegung nahmen auch so namhafte Gestalten wie Gustav Landauer und Erich Mühsam teil. Doch auch diese Republik wurde letztlich durch ein Bündnis aus Mehrheitsozialdemokratie und Burgeosie niedergeschlagen – die militärische Eroberung Münchens endete in einem Blutbad, diejenigen die dem Massaker entgingen, wurden – so auch Erich Mühsam – zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Anhand einer Dokumentation wollen wir ins Gespräch kommen über die Bedingungen der damaligen Revolutionsversuche und ihr Scheitern.

100 Jahre Novemberrevolution – Alle Macht den Räten?