Roter Baum: Stellungnahme zum Rauswurf Jens Maiers
28. Dezember 2018

Am 24.12. wurde der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier von einer Veranstaltung des Roten Baum e.V. in der Schauburg verwiesen. Wir teilen hier die Stellungnahme des Vereins:

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Vereinsmitglieder,

Die extreme Rechte in unserem Land ist erstarkt. Was früher versteckt und verschämt in den Reihen von CDU und CSU zu hören war, hat sich nun parteiförmig in der AfD organisiert. Hört man den Äußerungen dieser Partei zu, so wird klar: wie ein Raubtier umschleicht sie die Institutionen unserer Demokratie, immer bereit, jede Schwäche auszunutzen. Sie setzt zum Sprung an, um unsere Republik, das “System”, wie sie es nennen, zu vernichten.

Und unsere Demokratie hat viele Schwächen. Wer, wenn nicht wir Linke könnten davon berichten? In unserer täglichen Arbeit sind wir mit einigen dieser Schwächen konfrontiert. Wir sehen Armut, wir sehen Vernachlässigung, wir sehen den Hochmut der Starken gegen die Schwachen. Wir sehen alle Nachteile. Aber wir sehen auch den Vorteil: Diese Demokratie ist der Boden, auf dem man für die Belange der Schwachen und Benachteiligten kämpfen kann. Sie ist veränderbar. Sie ist verbesserbar.

Nun hat ein besonders extremer Vertreter der AfD, der Bundestagsabgeordnete Jens Maier, unsere traditionelle Weihnachtsveranstaltung besucht. Ein Mann, der dem Massenmörder Breivik Verständnis entgegenbringt. Wir erinnern uns: Breivik ermordete 2011 auf der norwegischen Insel Utoya 69 Teilnehmer eines Zeltlagers der sozialdemokratischen Jugend, weil er gegene den “Islam” und gegen den “Kulturmarxismus” war.

Nein, einen solchen Mann wollen wir nicht auf unseren Veranstaltungen. Dieser Mann kennt den Bereich der Toleranz, die vernünftige Menschen aufbringen dürfen und stellt sich selbst jenseits davon auf.

Ich bin froh über den Mut meiner Vereinsfreunde, die nicht gekuscht haben, sondern Herrn Maier unter großem Beifall der anderen 400 Gäste aus dem Saal schickten. Ich bedanke mich bei allen, die in der nun tobenden Debatte in den sozialen Medien auf unserer Seite stehen.

Wir arbeiten für Kinder und Jugendliche. Das Parteibuch der Eltern ist uns egal. Jedes Kind kann an unseren Ferienlagern teilnehmen, unsere Straßensozialarbeit versucht die Situation aller Kinder und Jugendlichen zu verbessern. In unsere Einrichtungen kann jedes Kind kommen. Wir vermitteln Werte und wirken durch das, was wir sind. Nicht durch Befehl, sondern durch Beispiel.

Mit der Entfernung von MdB Jens Maier aus unserer Veranstaltung haben wir ein solches Beispiel gegeben: Man muss die Feinde der Demokratie nicht ertragen. Man kann, nein man MUSS ihnen sagen, dass sie unerwünscht sind.

Tilo Kießling
Geschäftsführer gKJHG “Roter Baum” mbH

Save the Last Dance | Jugendtanz
20. Dezember 2018
Vielleicht habt ihr es ja hier und da schon gehört:
ja, der Jugendtanz geht zu Ende.
 
Wir haben uns mit gemischten Gefühlen dazu entschlossen, da es nach dem zweiten Versuch nicht so angelaufen ist, wie wir uns das erhofft haben.
 
Das liegt zum einem an uns selbst und der Zeit, die wir für das Kollektiv und die Organisation der Party aufbringen konnten/können. Leider ist es uns nicht gelungen, neue Menschen zu finden, die ein Teil des Kollektives sein möchten, sodass sich die Arbeit auf zu wenige Köpfe verteilt. Was sich natürlich auch in den Veranstaltungen wiederspiegelt.
Zum anderen ist Party heute nicht mehr, was Party vor 5 Jahren war. Wer hat schon die Zeit, alle zwei Wochen Donnerstag bis um 5 zu feiern, wenn am nächsten Tag Arbeit, Uni oder andere Verpflichtungen rufen!?

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Novemberrevolution VII – leider eine Absage
18. Dezember 2018

Rudolf Leonhard, 1951

Der Spaziergang zum Leben Rudolf Leonhards morgen muss leider ausfallen! Wir versprechen aber das Ganze nach zu holen, aller aller spätestens zum runden Geburtstag am 27. Oktober 2019. Allen die jetzt nicht wissen was sie morgen Abend machen sollen, legen wir die Lektüre von Rudolf Leonhards Schriften nahe, zum Beispiel die Rede « Kampf gegen die Waffe » (1), einem flammenden Plädoyer gegen den Krieg oder auch den sehr einsichtsreichen Gedichtband « Das Chaos » (2). In letzterem beweist Leonhard vor allem, dass er fähig war, aus den eigenen Fehlern zu lernen und sie auch entsprechend einzugestehen. Read it!

Damit sind wir jetzt am Ende unserer Reihe zu 100 Jahren Novemberrevolution, etwas vorfristig leider. Uns hats Spaß gemacht und noch ist das Thema und die Jubiläen auch nicht abschließend behandelt. Wir melden uns also nochmal.

euere AZ Crew…

(1) https://archive.org/details/bub_gb_X0Y1AQAAMAAJ
(2) https://archive.org/details/daschaos00leon

Novemberrevolution VI
6. Dezember 2018

+++++Achtung Uhrzeitänderung: Spaziergang am 19.12. ab 18 Uhr, Grüne Ecke+++++

So, gestern hatten wir eine schöne Diskussion mit einigen Interessierten. Es ging sowohl um ein aktualisiertes Klassenverständnis – übrigens eine Frage der sich die Analyse und Kritik in ihren letzten Ausgaben sehr fleißig gewidmet hat – und um Solidarität als Maßstab unserer politischen Praxis – auch hier sei nochmal die AK empfohlen mit ihrem Interview mit Bini Adamczak. Außerdem haben wir uns nochmal den Räten als Organisierungsform gewidmet, sind sie denn überhaupt noch das Medium, mit dem heute vielleicht Befreiung zu machen ist? Dazu zum Beispiel die phase2 und auch das ajour-mag

Den Abschluss unserer Reihe machen wir dann am 19. Dezember mit dem kleinen Spaziergang durchs Hecht. Dabei werden wir nochmal ein paar der Akteur*innen der Revolution in Dresden vorstellen. Der Spaziergang geht allerdings 2 Stunden später als geplant los: 18 Uhr am 19. Dezember an der Grünen Ecke.

Novemberrevolution V
15. November 2018

Gestern haben wir einen sehr engagierten Vortrag von Daniel Kulla gesehen, der auch nochmal darauf hingewiesen hat, dass heute 100 Jahre Sozialpartnerschaft zu feiern wären, wenns da was zu feiern gäbe: https://www.classless.org/2018/11/15/100-jahre-sozialpartnerschaft/

Am Sonntag gehts dann weiter mit Olaf Kistenmacher und der Frage wie sich linke Strukturen in der Weimarer Republik eigentlich organisierten. Kommt vorbei!

Hier nun noch ein Beitrag von uns zu Sachsen in der Novemberrevolution, nur ein kleiner Überblick, aber vielleicht lest ihr da ja nochmal weiter. Weiterlesen..

Novemberrevolution IV
7. November 2018

Heute vor 101 Jahren stürzten die Bolschewiki die bürgerlich-sozialistische Übergangsregierung Alexander Kerenskys. Die damaligen Ereignisse – später inszeniert als großer Sturm auf das Winterpalais, dem Sitz der Regierung in Petrograd – gingen als Oktoberrevolution in die Geschichte ein.

Vielleicht das schönste Bild des Ersten Weltkriegs? Russische und deutsche Soldaten feiern sein Ende. Quelle: Wikipedia

Die konsequente Friedenspolitik der Bolschewiki führte schließlich zum Ende des Weltkrieges in diesem Teil der Welt, in der späteren Sowjetunion begannen die Revolutionär*innen mit der Sozialisierung der Produktionsmittel und leider auch mit der Errichtung der bolschewistischen Parteidiktatur. Im Jahr 1918 jedoch war die Revolution in Russland noch zentraler Bezugspunkte der radikalen Teile der Arbeiter*innenbewegung, sowohl der späteren Kritiker*innen um die « Internationalen Kommunisten », der USPD unter Führung von Luxemburg und Liebknecht, als auch der Anarchist*innen Mühsam und Landauer. Ohne die Revolution in Russland hätte es den November 1918 vielleicht nie gegeben. Darum wollen wir euch eine Veranstaltungsreihe aus 2017 ans Herz legen, die ihr hier nachhören könnt:

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News aus dem Kneipen- und Kulturplenum
6. November 2018

Es gibt Neuigkeiten.
Bisher war es auf dem KuK-Plenum jede Woche montags um 18.30 Uhr möglich eure Veranstaltungsanfragen, Ideen und Anliegen einzubringen. Das wird sich jetzt jedoch ändern.

Ab Dezember ist nur noch das erste Treffen im Monat offen für neue Anfragen.

Diese Entscheidung haben wir getroffen, da das Kneipen- und Kulturplenum kein reines Bookingtreffen sein soll, sondern wir auch andere für den Kneipen- und Kulturbetrieb des AZ Conni relevante Themen und Probleme bearbeiten möchten und müssen. Auch inhaltliches, politisches Arbeiten kommt in letzter Zeit auf unserem Plenum für unseren Geschmack viel zu kurz. Auch die Planung von Veranstaltungen aus unserem Plenum heraus möchten wir wieder mehr in den Fokus rücken, um unseren eigenen Ideen und Projekten einen Raum zu geben. Um uns die Zeit dafür einzuräumen, haben wir uns entschieden den Umgang mit externen Anfragen umzustrukturieren und diese nur noch einmal im Monat zu bearbeiten. Wir hoffen dadurch auch, mehr Ordnung in unseren Kalender zu bringen und Problemen wie Doppelbelegungen oder ähnlichem vorzubeugen.

Vor- und Nachbesprechungen von Veranstaltungen finden nach wie vor jede Woche statt und falls ihr bei uns mitmachen wollt kommt gern jederzeit vorbei!

Außerdem erreicht ihr uns nach wie vor über die E-Mail-Adresse: kuk[ät]azconni.de
Die Bearbeitung dieses Postfachs geht erfahrungsgemäß jedoch recht schleppend voran und manchmal gehen auch Nachrichten darin unter. Deswegen kommt lieber auf dem Plenum vorbei.

Euer KuK

Novemberrevolution III
3. November 2018

Heute vor hundert Jahren versuchte eine Demonstration von Matrosen und Arbeiter*innen in Kiel die Meuterer von Wilhelmshaven aus dem Polizeiarrest zu befreien. Die inhaftierten Meuterer waren die ersten, die Befehle der deutschen Admiralität verweigerten, wodurch sie den Abbruch des letzten Angriffs auf die englische Marine verursachten.

Bericht eines Matrosen vom 31. Oktober an seinen Vater, Leipziger Volkszeitung 10. November

Die Demonstrant*innen befürchteten nun, die Inhaftierten würde das gleiche Schicksal ereilen, wie die beiden Meuterer aus dem Jahre 1917: Max Reichpietsch und Albin Köbes wurden am 7. September 1917 erschossen.

Die Demonstration am 3. November wurde noch durch Schüsse auseinander getrieben. Die Aufständischen gingen nun jedoch dazu über, die gesamte Stadt zu übernehmen. Der Gouverneur der Stadt, Wilhelm Souchon, war in Anbetracht der Übermacht von Matrosen und Arbeiter*innen zu Verhandlungen gezwungen. In einem 14-Punkte Programm forderten die Meuternden u.a. die Anerkennung des neugegründeten Soldatenrates als oberstes Organ der Stadtveraltung.

Die Gefangenen wurden schließlich befreit.

In Kiel gibt es an diesem Wochenende eine Vielzahl an Gedenkveranstaltungen, außerdem eine städtische Veranstaltungsreihe und Ausstellung:

https://www.kiel.de/de/kultur_freizeit/1918/index.php

Kritik an der hier entworfenen Darstellung üben verschiedene linke Gruppen aus Kiel, die heute zu gleich 3 Demonstrationen aufrufen.

03.11.2018

Wer also gerade Urlaub an der Küste macht, nix wie hin da!

Novemberrevolution II
25. Oktober 2018

Heute vor 100 Jahren rief der in Dresden aktive Linksradikale Otto Rühle im Reichstag zur Revolution und Absetzung Wilhelm II auf! Seine Rede könnt ihr hier nachlesen.

Otto Rühle beschäftigte sich viel mit Fragen einer freien Erziehung als Moment der Veränderung der Gesellschaft. Seine « Grundfragen der Erziehung » von 1912 gibt es auch hier.

Später wurde er zu einem heftigen linken Kritiker des bolschewistischen Sozialismus. Er und seine Frau Alice Rühle-Gerstel gingen in den 30er Jahren ins mexikanische Exil, wo sie Trotzki kennen lernten. Hier findet ihr Alice Rühle-Gerstels Erinnerungen an Trotzki.

In unserer Reihe gehts weiter am 9. November mit Diskussion und Dokumentation zur Räterepublik in Bayern, vor allem München!

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Novemberrevolution I
20. Oktober 2018

Zu unserer Reihe « 100 Jahre Novemberrevolution – Alle Macht den Räten? » haben wir einiges an Links, Texten und Audios gesammelt, dass wir euch nicht vorenthalten wollen, hier der erste Teil.

Die Zeitung Neues Deutschland hat einen Ticker eingerichtet, auf dem sie die Ereignisse des Herbst und Winter 1918 darstellen. Lohnenswert um sich in das Historische reinzufuchsen!

Auf diesem Twitter-Account findet ihr auch einen Ticker dazu.

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